Häufige Fragen von Patienten zu Implantaten:
Was ist ein Implantat?
Eine künstliche Zahnwurzel
Aus welchem Material sind Implantate?
Implantate sind aus reinem Titan (99,75 % Titan, 0,05 % Eisen, 0,1 % Sauerstoff, 0,03 % Stickstoff, 0,05% Kohlenstoff, 0,012 % Wasserstoff). Bei Hüftprothesen und Knieprothesen wird das selbe Material verwendet.
Gibt es Allergien gegen Implantate?
Das Material der Implantate entspricht dem der Hüftprothesen und der Knieprothesen, Allergien gegen Titan sind bis heute nicht bekannt.
Wie lange nach Zahnverlust muss gewartet werden?
Normalerweise wartet man 6 bis 12 Wochen, in dieser Zeit erholt sich der Knochen. In besonderen Fällen kann auch sofort nach Zahnentfernung implantiert werden.
Der Implantataufbau, das heißt die Zahnkrone, die Brücke oder die Prothese, wird meist nach 3 bis 6 Monaten beim Zahnarzt angefertigt.
Lebensdauer von Implantaten?
Die Lebensdauer hängt von den Verhältnissen in Ihrem Mund, vom vorhandenen Knochen, von der Mundhygiene, von der Stärke Ihrer Kaumuskulatur – Stichwort knirschen - und vom Vorhandensein restlicher Zähne ab und davon, ob Sie rauchen. Ohne Rücksicht auf solche Faktoren sind nach 10 Jahren noch 94 % der gesetzten Implantate in Funktion!
Die Haltbarkeit hängt wesentlich von der perfekten Mundhygiene ab. Bitte kommen Sie alle 6 Monate zur professionellen Nachsorge zu Ihrem Zahnarzt.
Risiko bei einer Operation?
Die Risiken betreffen hauptsächlich angrenzende anatomische Strukturen.
Im Unterkiefer verläuft seitlich ein Nerv – mit digitalen radiologischen Messmethoden bzw. intraoperativer radiologischer Kontrolle kann eine Verletzung heute praktisch ausgeschlossen werden. Die Routine des Operateurs ist ausschlaggebend.
Im Oberkiefer grenzen die Kieferhöhle und der Nasenboden an den Mund – eine Eröffnung wird mit einem Implantat dicht verschlossen.
Wie fühlt sich das Implantat im Mund an?
Das Bissgefühl von Einzelzähnen und Brücken auf Implantaten ist das Gleiche wie auf eigenen Zähnen.
Wie schmerzhaft ist ein Eingriff?
Weder beim Eingriff – den erleben die meisten Patienten ähnlich einer Zahnentfernung – noch danach treten Schmerzen auf. Im Knochen gibt es keine Sensibilität, die Hautwunde verhält sich ähnlich wie nach dem Zahnziehen.
Kann bei Osteoporose implantiert werden?
JA! Die Implantate müssen nur 2 Monate länger einheilen. Manchmal werden mehr Implantate benötigt.
Wie kann Knochen aufgebaut werden? Ist das bei jedem Patient möglich?
Knochenaufbau ist bei jedem Patient möglich, bei dem implantiert werden kann. Es wird Knochen aus dem Mund, meist aus der Region der unteren Weisheitszähne und dahinter, verwendet. Nach einer Einheilzeit von 4 – 6 Monaten kann implantiert werden. Es kann ein eigener Behandlungstermin für den Knochenaufbau vereinbart werden, das hängt von der Restknochensituation ab.
Nicht möglich ist der Knochenaufbau bei starken Rauchern, Cortisondauertherapie und Erkrankung im blutbildenden System.
Altersgrenze?
Ab 18 Jahren, dann ist das Knochenwachstum abgeschlossen, kann ein Implantat am richtigen, endgültigen Ort gesetzt werden. Nach oben hin gibt es keine Altersgrenze! Auch mit 90 Jahren kann implantiert werden.
Können Implantate nach Verlust oder Misserfolg erneut gesetzt werden?
Sollte ein Zahnimplantat tatsächlich nicht funktionieren, kann nach Entfernung und Ausheilung von 2 – 3 Monaten, wie nach einem Zahnverlust, ein neues Implantat gesetzt werden. Die Erfolgsaussicht für das neu gesetzte Implantat ist entsprechend der Erstimplantation!
Wie werden Implantate gepflegt?
Die Implantatpflege entspricht der von natürlichen Zähnen. Interdentalraumbürstchen müssen verwendet werden, außerdem alle 4 – 6 Monate Mundhygienekontrollen mit Politur beim Zahnarzt. Dieser Termin ist sinnvoll angelegt und entspricht der Vorsorge, wie der Ölwechsel beim Auto.
Wieviel Implantate sind notwendig?
Der Patient entscheidet über die Art des Zahnersatzes. Nach der gewünschten Versorgung richtet sich die Anzahl der Implantate daran, ob ein Zahnersatz festsitzend oder abnehmbar sein soll, ob ein einzelner Zahn ersetzt werden soll, ob mehrere Zähne als Brücke oder einzeln ersetzt werden sollen.
Wie lange dauert die Implantation?
Bei gutem Knochen eine halbe Stunde für 1 Implantat, je nach Anzahl bis zu einer Stunde. Wenn Knochen aufgebaut werden muss, etwa eine Stunde.
Nach 3 – 6 Monaten kann vom Implantat ein Abdruck genommen werden.
Muss Knochen aufgebaut werden, ist eine Ausheilung von 4 – 6 Monaten dazuzurechnen.
Wie ist die Erfolgsprognose für Ober- und Unterkiefer?
Im Unterkiefer ist die Erfolgsaussicht nach wie vor besser, bedingt durch die Knochenstruktur eines Röhrenknochens. Der Oberkieferknochen kann mit modernen Techniken modelliert und verdichtet werden, so dass sich die Langzeitprognose deutlich verbessert hat.
Kann jeder Zahnarzt Implantate versorgen?
Ja! Die Implantologie gehört heute zum Spektrum der täglichen Praxis. Viele Zahnärzte arbeiten mit Spezialisten in einem Team zusammen, um ihren Patienten ein Optimum an Langzeiterfolg zu geben. Die Zusammenarbeit sichert dem Patienten ein routiniertes Team aus Zahnarzt – Techniker – Chirurg.
Kosten?
Die Kosten richten sich nach der Anzahl, auch nach der Knochensituation und den ästhetischen Ansprüchen. Das Einzelzahnimplantat liegt bei den Kosten einer Brücke. Eine Prothese fixiert auf Implantatpfeilern beginnt bei 3.500 Euro.
Knochenqualität?
Mit der Knochenqualität wird der Anteil an kortikaler Kompacta und an Spongiosa beschrieben. Die Einteilung nach D1 (nur kortikaler Knochen), D2 (breite Korticalis, dichte Spongiosa), D3 (schmale Korticalis, dichte Spongiosa) und D 4 (spongiöser Knochen, von einer dünnen Kompacta umgeben) soll die Knochenqualität beschreiben.
Tatsächlich wird die Knochenqualität subjektiv festgelegt und in 2 Gruppen – fest und aufgelockert – nach dem Widerstand beim Bohren und nach der Primärstabilität beim Eindrehen des Implantates eingeteilt. Bei aufgelockertem Knochen = D4 Knochenqualität muss vom Chirurg die Einheilzeit um 2 Monate verlängert werden. Prothetisch kann eine Verblockung der Implantate notwendig sein. Die Prognose ist nach einer Berner Studie bei D 4 Qualität nicht reduziert!
Was ist Kondensationstechnik = Bone condensing?
Bei "schlechter" Knochenqualität, d. h. bei spongiösem Knochen, kann das Implantatbett händisch mit "Osteotomen" mit steigenden Durchmessern aufbereitet werden. Die lockere Spongiosa wird so durch Kompression verdichtet und damit die Knochenqualität lokal verbessert, die Primärstabilität kann deutlich erhöht werden.
Osteotome sind dem Implantatsystem angepasst und entsprechen in Durchmesser und Form den Bohrern.
Guided bone Regeneration (GBR):
Die gesteuerte Knochenregeneration ist ein Verfahren zur Knochenneubildung. Das Prinzip beruht darauf, dass nach Defektaufbau mit einer Membran das Einwachsen von Weichgewebe blockiert wird und ungestört Knochen regenerieren kann. Besonders gut funktioniert das bei keilförmigen Knochendefekten an Zähnen und an dreiwandig abgesicherten Knochendefekten. Schwierig sind Kieferkammverbreiterung und - Erhöhung durchzuführen, hier ist neben einer intakten Weichteildeckung während der Einheilung eine gute Durchblutung des Knochenbettes entscheidend.
Füllmaterial sollte nach Möglichkeit Eigenknochen sein, entnommen aus der Weisheitszahnregion im Unterkiefer oder im Oberkiefer, der bei Bedarf mit der Knochenmühle zerkleinert werden kann.
Große Defekte können mit einem Beckenknochenstück rekonstruiert werden. Der Eingriff in Allgemeinnarkose erfordert eine stationäre Behandlung über ca. 5 Tage.
Eine gleichzeitige Implantation und Augmentation kann bei gut verankerten Implantaten, bei kleineren Defekten, angewandt werden. Größere Defekte werden zweizeitig versorgt.
Für Fragen und Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!
|